Jamie Lidell – Konzert im Übel & Gefährlich – HH
Wie an anderer Stelle schon angekündigt waren wir am Montag auf dem Konzert von Jamie Lidell im “Übel und Gefährlich” im Hamburger Feldstraßenbunker zugegen. Die Location war nicht ausverkauft, aber gut gefüllt.
Als Vorgruppe und “Special Guest” durften wir die “Rubies” erleben. Nun ja – braucht keiner. Ziemlich langsam gespielter Pop-Rock, der leider auch noch ohne Groove, dafür aber mit sehr schwachem Sing-Sang vorgetragen wurde.
Nachdem wir die Vorgruppe überstanden hatten, kam Herr Lidell – mit Band. In der Besetzung Keyboards, Drum, Gitarre bzw. Bass, Saxophon und Herrn Lidell am Mikrophon gab es einen funky Einstieg mit “Another Day” und “Green Lights”.
Während sich der Keyboarder am Rand auf cool Aussehen und Spielen beschränkte, hatten Herr Lidell und der Rest der Truppe Hummeln im Arsch und ging gut ab. Besonders der Saxophonist im goldenen Bademantel, der teilweise auch mal zwei Instrumente gleichzeitig bediente, hat Spaß gemacht.
Die Mitte des Sets war wohl für alle diejenigen überraschend, denen nur die letzten beiden Alben bekannt waren. Mit der Hilfe eines Mikrofons, seines Powerbooks, Ableton Live und vermutlich einigen alten und neuen Effekten gab es einen Einblick in das Schaffen von Jamie Lidell vor Soul und Funk.
Beatboxend und singend bekam die teilweise etwas verwunderte Menge gezeigt, dass ein Computer und ein kreativer Kopf eine ganze Band ohne Probleme ersetzen kann. In diesen kleinen Rave stieg dann zunächst der Drummer und später auch der Rest der Band ein, um wieder einige Nummern von der aktuellen Platte zu spielen.
Als Zugabe gab es dann “Multiply” allerdings als eine Art “Polka auf Speed” Version.
Insgesamt war es ein gutes Konzert mit anständigem Sound und witziger Band. Das Publikum hatte wohl zum Teil anderes erwartet und war etwas müde streckenweise erstaunt was ihnen da geboten wurde. Vielleicht braucht Herr Lidell noch etwas mehr Bekanntheit, um das Publikum zum Mitsingen zu animieren.
Letzte Chance morgen in München, dann ist die Band eine Weile im Ausland unterwegs.













